„Internationalität hat uns zum profitabelsten Luftfahrtunternehmen hierzulande gemacht, und in der Flugzeuginstandsetzung sind wir weltweit führend“, verriet Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Jürgen Weber, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG, der nach seinem Abschied aus dem Amt des Vorstandsvorsitzenden (1991–2003) an die Spitze des Kontrollgremiums wechselte. Unter seiner Regie wurden eine strukturelle und strategische Neuausrichtung des Lufthansa-Konzerns (heute 117.000 Mitarbeiter, 90 Millionen Passagiere pro Jahr) eingeleitet und die Voraussetzungen für dessen vollständige Privatisierung geschaffen. So entstanden eine Reihe globaler Partnerschaften, deren bekannteste die Star Alliance ist. Zu den wesentlichen Bestandteilen der Erfolgsgeschichte zählen die „ausgeprägte Firmenstruktur und eine Kultur, gekennzeichnet von hoher Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen, sowie ganz persönlich mein strategisches Denken und eine große Hartnäckigkeit“.
Dazu betonte der gebürtige Schwarzwälder: „Die Wirtschaft braucht Verbindungen in alle Welt. Wir garantieren sie. So erhöht sich der Luftverkehr doppelt so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt.“ Möglichen Befürchtungen über Personalentlassungen oder die Schließung kleinerer Standorte tritt Jürgen Weber entschieden entgegen: „Es gibt keine Pläne dieser Art.“ Seine Überzeugung: „Der Luftverkehr wird eine faszinierende Branche bleiben, weil sie wachsen wird. Im Gegensatz zum Autoverkehr, der abnehmen wird.“ Ein Mann, der es schließlich wissen muss, denn seit 44 Jahren gehört der Dr.-Ing. ehrenhalber (für seine Verdienste bei der Einführung verbesserter Trenderfassungssysteme bei der Triebwerksüberwachung und Managementleistung im Erneuerungsprozess der Lufthansa) der Airline mit dem Kranich als Markenzeichen an.
Für die Zukunft jedenfalls wünscht sich der studierte Luftfahrttechniker von seinen Kollegen in den Führungspositionen der freien Wirtschaft und den Politikern als Signal für die Gesellschaft, dass „sie Zeichen setzen und mit gutem Beispiel vorangehen“.
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